Kulturgut Kopfbaum

 

In der ARTE-Mediathek gibt es noch bis zum 7.7.18 die Doku „Lebensraum Kopfbaum – Vom nachhaltigen Nutzen des Baumschnitts“ zu sehen („Trognes – Les arbres aux mille visages“: Die Bäume mit den tausend Gesichtern).

Mit Fokus auf Frankreich wird die Geschichte und vielfältige Nutzung der Kopfbäume, für die es im Französischen 250 verschiedene Bezeichnungen gibt, beschrieben.

Am bekanntesten sind hierzulande sicher die Kopfweiden. Es eignen sich aber auch viele andere Laubbäume für den Kopfschnitt, wie zum Beispiel Buche, Eiche, Esche, Erle, Linde oder Hainbuche. Früher nutzte man sie vor allem, um Holz als Brennmaterial und Werkstoff anwachsen zu lassen. Die jungen Zweige wuchsen so hoch, dass sie vor dem Verbiss des Viehs geschützt waren und außerdem bequem im Stehen geerntet werden konnten.

Kopfbäume im Winter

Außer zur Holzproduktion nutzte man die Kopfbäume als Windbrecher und zur Uferbefestigung, zur Gewinnung von Holzkohle aus den Ästen und von Viehfutter aus den Blättern. Wohl einmalig sind die Maulbeerkopfbäume: Mit ihren Blättern wurden früher die Seidenraupen gefüttert.

Im Film werden auch neue Nutzungen vorgestellt, wie das Schreddern der Zweige zu „BRF“ (fragmentiertes Zweigholz), das unter anderem als Dünger dienen kann. Ein großer Vorteil der Kopfbäume ist, dass eine große Menge Biomasse auf einer kleinen Fläche erzeugt werden kann. Und natürlich sind sie der Lebensraum für viele verschiedene Tierarten.

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