Spielen wie zu Zwinglis Zeiten

Das war eine schöne Überraschung: Der Theologische Verlag Zürich – TVZ – fand einige Abschnitte aus meinen Büchern geeignet für das Handbuch „Eltern und Familien in der Kirche“ von Jessica Stürmer Terdenge und Dorothea Meyer-Liedholz (erschienen 2017, ISBN 978-3-290-17884-0).

Unter der Überschrift „Spielen wie zu Zwinglis Zeitenfinden sich u. a. die Anleitungen zum Pfählchenschießen und Seilziehen und außerdem einen Text zum Mühlespiel. Weil man sich die Spiele leichter vorstellen kann, wenn man ein Bild dazu sieht, zeige ich hier zwei Fotos dazu.

Zuerst das Seilziehen, das ein Wettkampfspiel für harte Jungs ist. Es gibt sogar Sprichwörter, in denen das „Strangkatzen ziehen“ als Synonym für „sich streiten“ benutzt wird. Auf einigen Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jh. ist das Spiel dargestellt. Namen dafür sind „Strebkatzenziehen“ oder „Katzenstrecken“.

Seilziehen oder den katzen strebel ziehen, ein spätmittelalterliches Spiel.

Die älteste Erwähnung des Pfählchenschießens stammt aus dem Londoner „Liber Albus“ von 1419. Hier heißt das Spiel „pennyprick“, da ein Penny auf den Holzpflock gelegt wurde.

In einem Zürcher Mandat aus dem 16. Jh. wurde das Spiel „blatten schiessen“ verboten. Höchswahrscheinlich handelt es sich dabei um das Werfen von Steinen nach einem Ziel.

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