Leinen – Werken mit Geschichte https://ausgraeberei.de Sachbücher von Doris Fischer Wed, 25 Jan 2023 12:29:31 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.1 https://ausgraeberei.de/wordpress/wp-content/uploads/2017/02/kelle.gif Leinen – Werken mit Geschichte https://ausgraeberei.de 32 32 Thüringer Hellblau https://ausgraeberei.de/thueringer-hellblau/ Thu, 15 Sep 2022 09:44:15 +0000 http://ausgraeberei.de/?p=1130 Thüringer Hellblau Read more →

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Ja, endlich habe ich (hell)blau gemacht!

Nach mehreren nicht sehr erfolgreichen Versuchen, mit meinem selbst angebauten Färberwaid zu färben, weiß ich jetzt, was das Erfolgsrezept ist: Das richtige Saatgut! Der Waid wurde im Frühjahr ausgesät und ist jetzt erntereif. Nächstes Jahr werde ich dann neuen Samen ernten können.

An dieser Stelle einen ganz lieben Dank an das Waidmuseum im Thüringer Stadtteil Hochstedt.

Blätter vom Färberwaid
Zuerst wurden die frischen Waidblätter grob zerkleinert.
Waidblätter in heißem Wasser
Der Waid wurde mit kochendem Wasser übergossen und ziehen gelassen.
Waidblätter in verfärbtem Wasser
Nach 3 Stunden hatte das Wasser eine rötlich-braune Färbung.
Schaum auf der Waidküpe
Nach Zugabe von Waschsoda und Schlagen mit dem Schneebesen zeigten sich sofort erste blaue Spuren auf dem Schaum.
Waidküpe mit Leinengarnstrang
Hier war in der Küpe noch zu viel Sauerstoff, was man an der grünlichen Farbe sieht.
Waidküpe mit Leinengarn
Nach Erwärmen auf 50 Grad und weiterer Zugabe von etwas Entfärber hatte die Küpe die richtige gelbe Farbe.
waidblaues Leinengarn
Das Ergebnis ist meine Lieblingsfarbe: Ein wunderbares Waidhellblau! Rechts zu sehen ist das Leinengarn vor dem Ausspülen. Durch den Gelbanteil in der Küpe geht es noch leicht Richtung türkis oder petrol.

 

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Flachs al dente https://ausgraeberei.de/flachs-al-dente/ Sat, 15 Aug 2020 07:41:26 +0000 http://ausgraeberei.de/?p=1023 Flachs al dente Read more →

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So spaghettihaft sehen Flachsstängel aus, die drei Tage bei über 30°C Außentemperatur in warmem Wasser gelegen haben. Sie fassen sich tatsächlich auch wie Spaghetti an, die noch ein paar Minuten Kochzeit brauchen: außen weich, aber innen fest, „mit Biss“ . Das Wasserbad nennt man Wasserröste. Aber nun die ganze Prozedur von Anfang an:

Flachsbeet im Krefelder Umweltzentrum.
Flachsbeet im Krefelder Umweltzentrum.

Anfang August, nach ungefähr 100 Tagen im Boden, war der Faserlein im Garten des Krefelder Umweltzentrums erntereif. Die niedrigen Pflanzen im Vordergrund sind übrigens Öllein – nur so zum Vergleich. Das Beet war als Versuchsfläche gedacht, deshalb war die Ernte, das Raufen, relativ schnell erledigt. Damit die komplette Faserlänge genutzt werden kann, rupft man den Flachs komplett mit Wurzel aus.

Beim Raufen bleiben die Wurzeln dran.

Wenn Erde und anhaftendes Unkraut abgeklopft sind, darf der Flachs in die Badewanne (ein Mörtelkübel aus dem Baumarkt). Bei Temperaturen um die 30 Grad dauerte es nicht lange, bis sich erste Luftblasen im Wasser zeigten. Auch der typische Geruch – für Menschen, die kein Herz für Leinen haben, schwer zu ertragen – ließ nicht lange auf sich warten.

 

Flachs in der Wasserröste.

Eine Probe zeigt, dass die Fasern sich nun leicht vom Kern des Stängels lösen lassen. Der geröstete Flachs wird mit sauberem Wasser abgeduscht und zum Trocknen ausgebreitet. Danach kann er bis zur weiteren Verarbeitung gelagert werden. Welche Arbeitsschritte das genau sind, bis aus den Pflanzen Leinentücher geworden sind, kann man gut im Flachsmuseum in Wegberg-Beeck sehen.

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