Spielen wie im Mittelalter

Im Februar 2013 ist im Theiss Verlag mein zweites Buch erschienen: „Spielen wie im Mittelalter“. 50 Anleitungen zum Nachbauen und Mitspielen.

Außer den Bauanleitungen gibt es jede Menge Infos zu mittelalterlichem Spielzeug und Spielmaterial, das bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurde. Unten auf dieser Seite finden Sie eine kleine Vorschau auf den Inhalt.

Und hier: Arbeits- und Detailfotos zu den Anleitungen im Buch.

 

„Spielen wie im Mittelalter“ hat 128 Seiten mit rund 100 meist farbigen Abbildungen. (Nur noch gebraucht erhältlich).

Drei Spielanleitungen (Würfel, Kreiselwürfel, Alkerke) und ein Interview mit der Autorin gibt’s in Miroque Heft III/2013. Im Karfunkel-Sonderheft „ABC des Selbermachens“ bin ich mit der Anleitung für ein mittelalterliches Kegelspiel vertreten.

Viel Spaß beim Nachbauen und Spielen wünscht

Doris Fischer
Doris Fischer, Spielen wie im Mittelalter

Und hier gibt’s noch ein paar Extras zum Thema „Spielen und Spielzeug im Mittelalter“:

Eine Datenbank mit Ausgrabungsfunden.

Literatur: archäologische Spielzeugfunde des Mittelalters  (Einsteigerliteratur, grundlegende Werke, Aufsätze)

Einen kurzen, bunten und, wie ich hoffe, leicht verständlichen Einstieg ins Thema gibt mein Artikel
„Was vom Spielen übrig blieb – Die Archäologie des mittelalterlichen Spielzeugs“, (PDF) der in der Zeitschrift Zillo Medieval, Ausgabe 3/2011, erschienen ist.

 

Das schreibt der Theiss Verlag über „Spielen wie im Mittelalter“:

Spielen Sie mit! Die fröhliche Seite des gar nicht so finsteren Mittelalters
Ich spiele, also bin ich! Das galt im Mittelalter genauso wie heute. Jetzt sind Sie dran! Probieren Sie Kartenspiele aus, mit denen sich die Ritter die Zeit vertrieben, fegen Sie wie die Wikinger die Steine des Gegners vom Brett oder verausgaben Sie sich beim »Ziegen hüten«, dem Action-Spiel des Mittelalters! Archäologische Ausgrabungen zeigen: Nicht nur Schach, auch viele andere Spiele, die wir zum Teil heute noch kennen, waren in den engen Stuben und trutzigen Burgen verbreitet. Die Kleinsten lärmten mit ihrer Rassel, die Kinder trieben Reifen und die Erwachsenen würfelten im Wirtshaus.
Das Buch eignet sich zur Vorbereitung von Kindergeburtstagen oder Mittelalterfesten, für große Gruppen oder den Zeitvertreib allein und zu zweit, für Sport und Spaß an Sonnen- oder Regentagen. Viel Spaß!

 

Spielen wie im Mittelalter.
50 Anleitungen zum Nachbauen und Mitspielen.

Inhalt:

Vorwort

Brett- und Glücksspiele

  • Würfelspiel
  • Hnefatafl
  • Mühle
  • Alkerke
  • Backgammon
  • Spielsteine
  • Schach
  • Kartenspiel

Geschicklichkeit und Zeitvertreib

  • Beißring, Rassel, Schnullerpfeife
  • Windrädchen
  • Nussmühle
  • Kreisel
  • Seifenblasen
  • Holzschiffchen
  • Knöchel
  • Knochenkegel
  • Pfählchenschießen
  • Messerspiele
  • Springgans

Bewegungsspiele

  • Lauflernhilfe
  • Reifentreiben
  • Eisschlitten
  • Wägelchen
  • Klinke schlagen
  • Pflockwerfen
  • Ziegen hüten

Puppen- und Rollenspiel

  • Glasring
  • Zinnminiaturen
  • Minaturgeschirr
  • Holzpferdchen
  • Metallpferdchen
  • Keramiktiere
  • Keramikpuppen
  • Holzpuppen
  • Puppentheater

Lärm und Musik

  • Knochenpfeife
  • Keramik- und Zinnpfeife
  • Knochenflöte
  • Stielklapper und Ratsche
  • Hammerklapper
  • Schnurrer
  • Keramikrassel
  • Rassel aus Metall
  • Brummtopf
  • Maultrommel

Jagd- und Turnierspiele

  • Pfeil und Bogen
  • Armbrust
  • Holundergewehr
  • Holzschwert
  • Steckenpferd
  • Seilziehen
  • Stockziehen

Ball- und Kugelspiele

  • Murmeln
  • Holzkugel
  • Kegelspiel
  • Feuersteinkugel
  • Hockey und Golf

Weiterführende Literatur
Bildnachweis

Auszug aus dem Vorwort:

„Spielen wie im Mittelalter“ ist meine Einladung zu einer spielerischen Zeitreise ins Mittelalter.

Das Spiel ist für mich der faszinierendste Aspekt mittelalterlichen Lebens. Meist herrscht die Vorstellung
vom „finsteren Mittelalter“ vor. Und doch kommen bei fast jeder archäologischen Ausgrabung
Funde zu Tage, die in den Bereich des Spiels gehören. Die Menge der Fundstücke überrascht. Besonders Holzkreisel, Murmeln und Knochenwürfel werden oft in großen Stückzahlen gefunden. Doch nur selten gelangen
diese Ausgrabungsfunde, unscheinbare Stücke aus wertlosen Materialien, in die Schlagzeilen.

Im Mittelalter fand sich Zeit zum Spielen vor allem an den zahlreichen kirchlichen Feiertagen im Jahreslauf.
Schon mittelalterliche Autoren betonten, wie wichtig das Spielen, besonders die Bewegung an der
frischen Luft und „geziemendes“ oder „sittliches“ Spiel, für Kinder sei.
Es erstaunt mich immer wieder, welche Arbeit in das Herstellen des Spielmaterials gesteckt wurde.

Auch wenn wir uns das heute nur schwer vorstellen können: In einigen Zweigen nahm die Spielzeugproduktion
schon im Mittelalter durch die Verwendung von Gussformen und Modeln fast industrielle Ausmaße an. Seit dem Späten Mittelalter kann von Massenproduktion gesprochen werden. Dabei gab es Produktionszentren für exklusive
Spielsteine und Schachfiguren, für Zinnminiaturen oder Pfeifentonfigürchen.

Leider sind für mittelalterliche Spiele fast keine Spielanleitungen erhalten. Durch spärliche Erwähnungen
in zeitgenössischen Texten, vor allem aber durch die lebhaften Illustrationen in den Stundenbüchern können wir uns vorstellen, wie man früher spielte.

Ein Drittel des mittelalterlichen Spielzeugs ist inzwischen aus dem Kulturgut verschwunden, ein Drittel
gibt es noch, aber in Kunststoffausführung, und nur ein Drittel wird so gut wie unverändert heute
noch hergestellt.

Die hier vorgestellten Gegenstände orientieren sich nicht an speziellen Fundstücken, sondern stellen die
typischen Merkmale der Fundgattung heraus. Die Arbeitsanleitungen sollen eine Anregung sein,
eigene Entdeckungen im Museum oder in der Literatur nachzuarbeiten.